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Kommunale Wasserversorgung: Rekordinvestitionen in moderne Aufbereitungstechnik

Klaus Bergmann18. März 20266 Minuten Lesezeit
Kommunale Wasserversorgung: Rekordinvestitionen in moderne Aufbereitungstechnik

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen verzeichnet für 2026 ein Rekordbudget von 4,2 Milliarden Euro für Trinkwasserinfrastruktur. Kommunale Wasserversorger stehen unter doppeltem Druck: Einerseits schreiben EU-weite PFAS-Grenzwerte, die ab 2026 gelten, den Einsatz von Aktivkohlefiltern und Nanofiltrationsstufen vor. Andererseits erreichen viele Anlagen aus den 1970er und 1980er Jahren das Ende ihrer Nutzungsdauer.

Besonders gefragt sind mehrstufige Aufbereitungskonzepte, die konventionelle Flockung und Filtration mit UV-Desinfektion und Membrantechnologie kombinieren. Anbieter wie Pureflow Systems und WaterMaster Deutschland berichten von einer Verdoppelung der Anfragen gegenüber 2024. Lieferzeiten für schlüsselfertige Containeranlagen haben sich auf 8 bis 14 Monate verlängert – ein klares Signal für den Marktdruck.

Parallel dazu gewinnen digitale Betriebsplattformen an Bedeutung. Fernüberwachung via OPC-UA und MQTT erlaubt kleinen Gemeinden, Anlagen ohne dauerhaft anwesenden Fachmann sicher zu betreiben. Alarmmanagement, Energieoptimierung und behördliches Berichtwesen laufen zusammen auf einer Plattform. Dies senkt Betriebskosten und schließt den Fachkräftemangel partiell.

Ein Risiko bleibt die Finanzierung: Förderprogramme des Bundes und der Länder decken im Schnitt 30 bis 40 Prozent der Investitionskosten. Die verbleibenden Eigenanteile belasten Trinkwassergebühren – und damit unmittelbar die Haushalte. Politischer Druck auf Kosteneffizienz wird die Ausschreibungsdichte in den nächsten 24 Monaten weiter erhöhen.

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