VDMA Marktbericht: Prozesstechnik wächst trotz globaler Unsicherheiten
Der VDMA-Herbstbericht Prozesstechnik 2025/26 zeigt ein überraschend robustes Bild: Trotz geopolitischer Spannungen, hoher Energiekosten und gedämpfter Binnenkonjunktur wächst der globale Markt für prozesstechnische Ausrüstungen um 4,2 Prozent. Besonders stark entwickeln sich Asien-Pazifik (+7,1 Prozent), der Nahe Osten (+9,4 Prozent) und Nordamerika (+5,2 Prozent). Deutschland und Westeuropa liegen mit +1,8 Prozent im positiven, aber moderaten Bereich.
Treiber in Asien sind massive staatliche Investitionen in Chemieparks (China, Indien, Vietnam) und in die Wasserversorgungsinfrastruktur für wachsende Metropolen. Im Nahen Osten dominiert die Diversifizierung weg vom Rohölexport: Raffinerien und Petrochemieanlagen werden zu integrierten Chemiekomplexen ausgebaut, die Kunststoffe, Dünger und Spezialchemikalien produzieren.
Deutsche Unternehmen profitieren überproportional vom Premium-Segment: Hochdruckventile, spezialisierte Rührtechnik und ATEX-zertifizierte Messgeräte sind Exportschlager, die im Niedrigpreissegment keine direkte Konkurrenz aus Asien haben. Marktanteil im Hochpreissegment (über 50.000 Euro Einzelwert): 38 Prozent für deutsche Hersteller, stabil gegenüber dem Vorjahr.
Risikofaktoren für das zweite Halbjahr 2026 sind anhaltender Fachkräftemangel in der Anlagenmontage, volatile Rohstoffpreise für Edelstahl und Sonderlegierungen sowie mögliche neue Exportbeschränkungen im US-China-Handelskonflikt für bestimmte Prozesstechnologien.
