Marktbeobachtung

Rohstoffpreise 2026: Wie Nickel- und Molybdän-Volatilität die Anlagentechnik trifft

Fachwelt Redaktion8. Januar 20264 Minuten Lesezeit
Rohstoffpreise 2026: Wie Nickel- und Molybdän-Volatilität die Anlagentechnik trifft

Nickel hat sich im ersten Quartal 2026 auf ein Fünfjahreshoch bei 22.400 USD pro Tonne vorgearbeitet. Gleichzeitig ist Molybdän – ein Schlüsselelement in 316L-Edelstählen und Hastelloy-Legierungen – aufgrund indonesischer Exportquoten um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt gestiegen. Für die Prozesstechnik, die bei Pumpen, Behältern, Rohrleitungen und Ventilen stark auf Sonderlegierungen angewiesen ist, entstehen erhebliche Kostensteigerungen.

Beschaffungsseitig empfehlen Einkaufsberater eine Dreistrategie: Erstens, Jahresverträge mit Preisgleitklauseln abschließen, die auf LME-Indices referenzieren – dies schützt vor Extremausschlägen, ohne den Lieferanten zu überfordern. Zweitens, Alternativlegierungen prüfen: Duplex-Stähle (1.4462, 1.4410) bieten in chloridhaltigen Medien Korrosionswiderstand auf Niveau von 316L bei 15 bis 25 Prozent geringerem Nickelgehalt. Drittens, Bestandsanlagen auf Überdimensionierung prüfen: Nicht selten wurden historisch Sonderlegierungen eingesetzt, wo Duplexstahl oder sogar hochwertiger Guss ausreicht.

Die Preisvolatilität trifft vor allem den Mittelstand: Großkonzerne haben Langfristlieferverträge und eigene Lagerhaltung. Kleine und mittlere Zulieferer geben Preissteigerungen verzögert weiter oder müssen Margen komprimieren. Für Betreiber bedeutet dies: Angebote für Ersatzteile und Neuanlagen sollten immer kurzfristige Gültigkeit erhalten und bei Bestellung neu kalkuliert werden.

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